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Lust als Last? Sexsucht – Hypersexualität
Überwiegend sind vor allem Männer davon betroffen. Die Nymphomanin (exzessiver Sexualtrieb bei Frauen) ist eher die Ausnahme. Ob von Sucht gesprochen werden kann, ist ein Streitthema unter Wissenschaftlern. Die „Sexsucht“ wird daher unter Sexualstörungen (sexuelle Funktionsstörungen) eingeordnet. Mediziner sprechen von Hypersexualität und bezeichnet ein gesteigertes sexuelles Verlangen. Bezeichnungen für „Sexsucht“ haben auch Eingang in die Umgangssprache gefunden. So wird auch vom Don-Juan-Komplex oder Donjuanismus gesprochen. Der Ausdruck Don-Juan-Komplex entstand in Anlehnung an den spanischen Frauenhelden Don Juan, der Bestandteil der Kunst- und Literaturgeschichte ist.
„Sexsucht“ beginnt schleichend
Trotz der Diskussion um die genaue Definition, gibt es Menschen, die ihre Sexualität nicht unter Kontrolle haben. Die „Sexsucht“ beginnt schleichend. Langsam steigert sich das Suchtverhalten, wodurch die persönliche Freiheit zunehmend eingeschränkt wird. Es handelt sich um ein sucht-ähnliches Erleben und Handeln. Betroffene spüren, dass sie ihr sexuelles Verhalten nicht mehr im Griff haben, doch können sie aus eigenen Kräften kaum etwas dagegen tun. Wie es zur „Sexsucht“ kommt ist ganz unterschiedlich. Exzessive Sexualität beruht zu einem großen Teil auf nach und nach erlernten Verhaltensweisen.

Reportage zum Theme "Sexsucht"

Im Mittelpunkt eines gesteigerten sexuellen Verlangens steht ein übermäßiger, extremer Drang nach sexueller Befriedigung z. B. ständiger Selbstbefriedigung, Telefonsex, die Suche nach immer neuen Sexualpartnern oder Cybersex. Der Betroffene ist nicht mehr in der Lage, sein Verhalten so zu kontrollieren und zu steuern, wie er es sich eigentlich wünscht. Es handelt sich dabei um sexuelle Aktivitäten, die von einer tieferen emotionalen Beziehung zum Partner losgelöst sind und denen heimlich nachgegangen wird. Oft führen Sexsüchtige ein Doppelleben, machen Schulden, spielen das Spiel der Normalität. So ein Doppelleben erfordert ein gutes Gedächtnis, macht viel Arbeit, ist sehr anstrengend und zeitintensiv.
Wirkliche Befriedigung erleben „Sexsüchtige“ selten
Die Betroffenen suchen zwar nach körperlichem Kontakt, sind meist jedoch nicht in der Lage, wirkliche Nähe und Intimität zuzulassen und haben meist eine unpersönliche Sicht auf Sexualität. Wirkliche Befriedigung erleben „Sexsüchtige“ selten. Der Alltag und vor allem die Partnerschaft leiden unter diesem Zwang. Bei den Betroffenen führt die „Sexsucht“ zum Verlust der Kontrolle über den Geschlechtstrieb und zur zwanghaften Suche nach sexuellen Kontakten. Je nach Ausprägung ähnelt „Sexsucht“ eher einem Zwangverhalten oder Impulskontrollstörung als einer Abhängigkeit.

Ein „Sexsüchtiger“ beschäftigt sich gedanklich zunehmend zwanghaft mit sexuellen Themen. Dabei kommt es zur Steigerung der Dosis. Es werden immer größere sexuelle Reize benötigt. Das Thema Sex wird immer vorherrschender und verdrängt nach und nach das Interesse an anderen Lebensbereichen. Im Zuge dieser Entwicklung kommt es zu immer größerem Leidensdruck, Scham, soziale Isolation und zu einer verminderten Kontrollfähigkeit des sexuellen Verhaltens, die bis zum Kontrollverlust führen kann.

Das Ziel einer Sexualberatung besteht nicht darin, den Klienten zur Enthaltsamkeit anzuleiten. Vielmehr geht es darum, einen kontrollierten Umgang mit der eigenen Lust zu lernen. Schließlich ist Sexualität ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Lebens.
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„Sex ohne Eros ist nichts anderes als Turnen ohne Geräte.“ John Bellow
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